Diskussion mit Philipp Harpain, Ulrike Leßmann, Anne Richter
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Play Time II: "Schwere Stoffe - was kann man dem jungen Publikum zumuten"

2022

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Diskussion mit Philipp Harpain, Ulrike Leßmann, Anne Richter

Diskussion mit Philipp Harpain (Leiter des Grips Theater Berlin)*, Ulrike Leßmann (Chefdramaturgin am tjg – theater junge generation Dresden), Anne Richter (Stellvertretende Intendantin & Dramaturgin der Schauburg München), moderiert von Elena Philipp (nachtkritik.de). * für die erkrankte Regisseurin Hannah Gehmacher
13. Oktober 2022, um 18 Uhr
In der Reihe Play Time - Stream und Diskurs junges Theater
Themen-Schwerpunkt "Schwere Stoffe - was kann man dem jungen Publikum zumuten"
Redaktion und Kuration: Simone Kaempf und Elena Philipp




Kendi wird rücksichtslos zum Popsternchen gecoacht, Schönheits-OPs inbegriffen. Kais Opa verliert bei der Explosion einer Granate ein Auge. Und filmisch sind in eine eigentlich vergnügliche Inszenierung blutige Bilder aus einem Schlachthof eingeblendet. Krasse Szenen aus dem Jugendtheater. Wie kann man sie jungen Menschen zumuten?

Mit dieser Frage starten wir in die Diskussion mit Philipp Harpain, Leiter des Grips Theaters, und den Dramaturginnen Ulrike Leßmann und Anne Richter. Die drei bringen je eine Inszenierungen mit, die im Theater für junges Publikum an die Grenzen des Zumutbaren geht.

Kais Opa wird vergesslich, er ist ja auch schon alt. Um ihn an seine Heldentaten im Krieg zu erinnern, von denen er immer so gerne erzählt hat, spielt Kai sie mit ihm durch. Und dabei muss er erkennen, dass Opa nicht der furchtlose Verteidiger seiner Kameraden war und dass er auch nicht mit einem Anruf bei den Präsidenten der zwei verfeindeten Lager den Krieg beendet hat. Sondern dass er Angst hatte und dass Krieg vor allem Leid und Tod bedeutet. In Robert Neumanns Inszenierung von Zoran Drvenkars Theatertext "Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück" am Berliner Grips Theater wird der Schrecken des Krieges für Kinder ab 9 Jahren nachvollziehbar gemacht und zugleich theatral als Spiel abgefedert. Wie die für den Berliner Ikarus-Preis 2022 und das Festival des jungen Theaters "Augenblick mal!' nominierte Inszenierung mit ihrem 'schweren Stoff" umgeht, erzählt Philipp Harpain, der Leiter des Grips Theaters.

Die Frage, ob man Gewalt auf der Bühne verdoppeln soll, begleitet das Theater. In "Fake it till you make it" stellen Stephanie van Batum und Florian Schaumberger recht schonungslos dar, wie die Sängerin Kendi zum Popstar umgemodelt wird. Ihr Manager, ihre Mutter und andere Menschen, die von Kandis Vermarktung profitieren, legen in dokumentarisch anmutenden Videointerviews ihre Interessen dar, während Kendi auf der Bühne eine zunehmend sexualisierte Choreographie abliefern muss. Ihre Interessen stehen bei all dem hinten an. Anne Richter, Stellvertretende Intendantin und Dramaturgin an der Schauburg München, gibt Einblick, warum sich das Haus für den Stoff und diese Umsetzung entschieden hat.

Ist es ethisch noch vertretbar, Fleisch zu essen? Der US-Autor Jonathan Safran Foer hat darüber ein Buch geschrieben, in dem er sich unideologisch mit seinen Zweifeln auseinandersetzt und intensiv die Fakten zu industrieller Tierhaltung recherchiert. Am tjg – Theater junge generation Dresden hat das Team um Regisseur und Oberspielleiter Nils Zapfe auf Grundlage von Foers "Tiere essen" ein Stück entwickelt. Wie die Macher:innen dabei auf dem schmalen Grat zwischen thematischem Ernst und spielerischer Komik balancieren, berichtet Ulrike Leßmann, Chefdramaturgin am tjg, das für "Tiere essen" mit dem Sächsischen Theaterpreis ausgezeichnet worden ist.

Einblicke gibt es bei der Diskussion immer auch in die Vermittlung, die mit "schweren Stoffen" im Theater für junges Publikum immer verbunden ist. Wie "geländert" man eine Inszenierung, die viele Fragen aufwirft und Besucher:innen möglicherweise tief erschüttert?
Stellen Sie dazu auch Ihre Fragen im Live-Chat.




Programm des Themenschwerpunkts "Schwere Stoffe":

22.9., um 18 Uhr: "Fräulein Else"
nach Arthur Schnitzler
Präsentation der Instagram-Performance, die während der Pandemie am Nationaltheater Mannheim entstand.
Live via Zoom
Mit Vassilissa Reznikoff (Schauspielerin), Lena Wontorra (Dramaturgie), Daniel Cremer (Regie), Moderation: Elena Philipp (nachtkritik.de)
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30.9., 18 Uhr bis 2.10., 18 Uhr: Streaming "Kohlhaas - Moral High Ground"
von Follow the Rabbit nach Heinrich von Kleist
für Menschen ab 14 Jahren
Regie: Nadja und Martin Brachvogel, mit: Jonas Werling
Dauer: 75 Minuten
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6.10., 18 Uhr, bis 8.10., 18 Uhr: Streaming "Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück"
von Zoran Drvenkar
für Menschen ab 9 Jahren
Regie: Robert Neumann, Konzeption und Regie Mitschnitt: Katharina Tress.
Grips Theater Berlin
Dauer: 90 Minuten
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13.10., 18 Uhr: Diskussion "Schwere Stoffe - was kann man dem jungen Publikum zumuten?"
Diskussion mit Philipp Harpain (Leiter des Grips-Theater Berlin), Ulrike Leßmann (Chefdramaturgin theater junge generation Dresden), Anne Richter (stellvertretende Intendantin & Dramaturgin Schauburg München), Moderation: Elena Philipp

13.10., 19 Uhr, bis 15.10., 19 Uhr: Streaming "Fake it till you make it"
empfohlen ab 13 Jahren
Konzept & Inszenierung: Stephanie van Batum, Florian Schaumberger
Schauburg München
Dauer: 90 Minuten
Mehr Informationen


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"Play Time – Stream & Diskurs Junges Theater" ist eine Kooperation von nachtkritik.de und der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Programms "Jupiter – Darstellende Künste für junges Publikum" . Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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