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Mittwoch, 31. August, 20 Uhr bis Donnerstag, 1. September 20 Uhr

2020

Regie: Alvis Hermanis

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"Gorbatschow" von Alvis Hermanis

Mit Jewgeni Mironow und Tschulpana Chamatowa.
In russischer Sprache mit englischen Untertiteln
Regie, Bühne, Text: Alvis Hermanis
Produktion: Theater der Nationen, Moskau 2020


Gestern, am 30. August 2022, starb Michail Gorbatschow im Alter von 91 Jahren. Gorbatschow war von März 1985 bis August 1991 Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und damit der mächtigste Mann der Sowjetunion. Die von ihm unter den Stichworten "Glasnost" und "Perestrojka" eingeleiteten Reformen führten schließlich zum Ende des Kalten Krieges, aber auch der Sowjetunion.

Der lettische Regisseur Alvis Hermanis, 1965 in Riga noch als Bürger der Sowjetunion geboren, inszenierte 2020 am Moskauer Theater der Nationen das biografische Dokumentardrama "Gorbatschow". Für das Stück hatte Hermanis zuvor viele Monate lang persönliche Aufzeichnungen und Briefe Gorbatschows aber auch offizielle Literatur studiert und sich mit Gorbatschow in Moskau persönlich getroffen.

Das Stück beginnt in einer Künstlergarderobe, wo die beiden russischen Theaterstars Tschulpana Chamatowa und Jewgeni Mironow langsam in die Rollen von Raissa Gorbatschowa und Michail Gorbatschow schlüpfen. Mironow ist auch der Intendant des Moskauer Theaters der Nationen, wo die Inszenierung herauskam. Für Hermanis, der nach putinkritischen Äußerungen auf der Liste der in Russland unerwünschten Personen stand, hatte Mironow von Putin persönlich ein Sondervisum erwirkt, damit Hermanis Gorbatschow in Moskau treffen konnte.

"Ich hatte den Vorschlag gemacht, einen Abend über Gorbatschow zu machen, der einst mit seiner Leidenschaft für Glasnost und Meinungsfreiheit das sowjetische System zum Einsturz brachte," berichtete Hermanis im Interview mit nachtkritik.de . "Russland war 2020 ja bereits wieder auf dem Weg, ein totalitäres und faschistisches Land zu werden. Ich bekam dann von Gorbatschow sogar persönlich eine Einladung und dadurch wurde möglich, dass ich vor Probenbeginn tatsächlich für einige Tage nach Russland reisen konnte, um ihn zu treffen. Aber die Proben für diese Inszenierung fanden außerhalb Russlands in Riga statt."

Bei der Premiere 2020 in Moskau, wobei diese Aufzeichnung entstand, war Michail Gorbatschow persönlich anwesend. Die Standing Ovations gelten am Ende auch ihm, bis er schließlich auf die Bühne kommt. Auch dies ist in der Aufzeichnung zu sehen. "Spasiba", also "Danke" sagt er leise Richtung Publikum. "Spasiba!" ruft jemand laut aus dem Saal zurück. Danke für die Freiheit.

"Viele verstehen immer noch nicht, warum ich ein Theater in Putins Russland gemacht habe. Die Antwort ist die Inszenierung selbst. Sie ist eine Botschaft für freie Menschen," so Alvis Hermanis am heutigen 31. August 2022 auf seiner Facebookseite. "Mit der Inszenierung waren weltweite Tourneen geplant, aber dann begann die Pandemie und dann kam der Krieg. Tschulpana Chamatova verließ Russland während Jewgeni Mironow das besetzte Mariupol besucht hat. Daher ist klar, dass dieses Stück nie wieder gespielt werden wird."

Wir zeigen die Aufzeichnung hier heute zu Ehren Michail Gorbatschows für 24 Stunden - bis 1. September 2022, 20 Uhr.

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